Geschichte
Das Schuhhaus Dosenbach vom Einzelgeschäft zum modernen Filialbetrieb
Unsere Hochachtung gilt jenen Pionieren, die den Mut hatten, unter enormen Schwierigkeiten eine Schuhindustrie aufzubauen.
Aus den Anfängen
In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts waren der Zunftgedanke und das berufsständige Empfinden noch stark verankert. Der Vertrieb serienmässig hergestellter Schuhe durch den "Fachmann" kam also vorderhand nicht in Frage. Der Grund lag wohl einerseits in dem mangelnden Vertrauen, das man dieser Neuerung entgegenbrachte und andererseits in der Gegenpropaganda der Schuhmacher, dass man in solch fabrikmässig hergestellten Schuhen kaum werde bequem gehen können. Doch fabrikgefertigte Schuhe wurden immer häufiger auf Messen und Jahrmärkten bekannt gemacht. Hier zeigte sich, dass diese Artikel marktfähig sein könnten. Die Familie Dosenbach war eine der ersten, die diese Neuheit einmal versuchsweise neben den Sattlerartikeln angeboten hatte. Der Schuh wurde zum Hauptgeschäft und das Sattlereigeschäft wurde aufgegeben. Der Grundstein zu dem heutigen Dosenbach-Unternehmen war gelegt.
1865 - Der Filialbetrieb
Das 1865 gegründete Schuhgeschäft der Familie Dosenbach in Bremgarten blieb nicht vereinzelt. Im ganzen Land entstanden Läden, in denen man Fabrikschuhe kaufen konnte.
Als sich Frau Franziska Dosenbach entschloss, weitere Geschäfte in anderen Ortschaften zu eröffnen, verstand sie es, solche Läden für einen neuen Kundenkreis interessant zu machen. Sie verfolgte stets das Ziel, zu einem möglichst niedrigen Preis ein Maximum an Qualität zu bieten.
Das Angebot und der Kunde
In den Anfängen des Schuhhandels galt es, sich neben dem Schuhmachergewerbe zu behaupten. Man musste versuchen, ein Angebot zusammenzustellen, das dem handgefertigten Schuh ähnlich sah. Die wichtigsten Merkmale waren: Gute Passform, Lederqualität, solide Machart und ausgebildetes Verkaufspersonal, das ähnlich dem Schuhmachermeister in der Lage war, den Kunden beim Kauf zu beraten.
Um diese Punkte zu vereinen, schuf Dosenbach eine eigene Kreationsabteilung. Es wurde zusätzlich eine ganz neue Schuhserie gestaltet: Die Dosenbach "Bonne-Forme" Schuhe. Es handelte sich dabei um modische, elegante Schuhe, in denen man trotzdem bequem gehen konnte.
Die Organisation eines Filialbetriebes
Der Umfang des Angebotes im modischen und praktischen Bereich, das um ein Hundertfaches grösser ist als vor 100 Jahren, machte eine Organisation notwendig. Man war sich auch bei Dosenbach bewusst, dass die Kontrolle der Warenbewegung unumgänglich wurde, um dem schnellen Wechsel der Mode - sei es in den Farben, Formen oder Schnitten - folgen zu können. Es wurde ein System gefunden, das täglich Aufschluss über die Veränderung im Warenlager geben kann.
Geschultes Fachpersonal
Um den Kunden optimal beraten zu können, wurde mit grosser Sorgfalt geeignetes Fachpersonal geschult. Es mussten bei modisch eingestellten Kunden Eleganz und möglichst hoher Gehkomfort miteinander verbunden werden. Dauernd muss das Verkaufspersonal mit den Neuigkeiten auf schuhtechnischem Gebiet und der Mode vertraut gemacht werden.
Auch Filialleiterinnen müssen eigens herangebildet werden. Sie sollen nicht nur über eine umfassende Branchenkenntnis verfügen, sondern auch charakterlich befähigt sein, Personal zu leiten und auszubilden.
Der Warennachschub durch die Fabriken erfolgte schon vor Jahrzenten, trotz dem damals einfachen Angebot, nicht immer rechtzeitig. Durch die Eröffnung immer weiterer Dosenbach-Filialen stieg der Warenbedarf beträchtlich an. Eine schnelle Nachlieferung fehlender Grössen oder ganzer Artikel war nicht immer möglich.
Die Firma Dosenbach löste dieses Problem, indem sie schon 1890 ein Lagerhaus einrichtete. Dadurch wurde sie ihr eigener Grossist. Von dieser Stelle aus wurden die Filialen regelmässig mit Waren versorgt.
Warentransport
Auch das Transportproblem musste gelöst werden. Carl Dosenbach war durch das elterliche Sattlergeschäft mit Pferden vertraut. Schon als Jüngling fuhr er allein mit Pferd und Wagen von Bremgarten nach Baden und Zürich. Seine ersten Filialen konnten sich nur in einem geographischen Bereich befinden, der mit einem Pferd in einer Tagesleistung zu bewältigen war. Im ersten Lagerhaus war für Wagen, Pferde und Kutscher gesorgt. Längst sind aus den Pferdestallungen Garagen geworden und Fuhrwerke wurden durch Lastwagen abgelöst.
Vollgepackte Lastwagen mit tausenden von Paaren verlassen heute täglich die Zentrale. Sie fahren nach einem genauen Fahrplan in die Filialen, um Lücken im Warenlager zu schliessen oder neue, aktuelle Ware zu liefern.
1965 - 100 Jahre Schuhhaus Dosenbach
1965 feierte Dosenbach sein hundertjähriges Jubiläum. Hundert Jahre seinen Platz im schweizerischen Schuhhandel zu behaupten ist keine Selbstverständlichkeit. Dankbar anerkennt die Firma Dosenbach den Verdienst aller Mitarbeiter, die am Aufbau ihres Unternehmens beteiligt waren.
1973 - Übernahme durch Deichmann
1973 erfolgt die Übernahme durch DEICHMANN Deutschland. Somit schliesst sich Dosenbach einer Unternehmensgruppe an, welche weltweit erfolgreich vertreten ist. www.deichmann.com
140 Jahre Logo
DOSENBACH-OCHSNER AG wuchs 2007 zweistellig.
Fast 11 Millionen Paar Schuhe verkauft Marktführer beim Schuhabsatz


























